Das Gelände der Landesgartenschau 2012 liegt auf einer Insel im Westen Bambergs, umflossen von der Regnitz und dem Main-Donau-Kanal. Diese Lage gibt dem Park seine klare Form: Das Wasser begrenzt ihn auf mehreren Seiten und bildet zugleich seine schönste Kulisse.
01 Das Konzept: ein „Matrix-Gewebe“
Der Entwurf des Landschaftsarchitekten Hans Brugger ordnete das rund 20 Hektar große Areal nach dem Bild eines Gewebes. Offene Wiesentrapeze wechseln sich mit geometrisch gegliederten Pflanzfeldern, Hecken, Spielbereichen und kleinen Plätzen ab. So entstand aus einer unübersichtlichen Industriebrache eine Parklandschaft mit Struktur — abwechslungsreich, aber gut lesbar.
Die Wege folgen diesem Muster. Sie führen entlang der Ufer, queren die Pflanzfelder und verbinden die einzelnen Bereiche miteinander. Wer einmal um die Insel geht, hat den Park im Grunde gesehen.
02 Die Aussichtshügel
Eine Besonderheit des Geländes sind drei pyramidenförmige Erdhügel von etwa 3 bis 5 Metern Höhe. Sie erfüllen zwei Aufgaben zugleich: Von oben bieten sie Blicke über den Park und das Wasser, und unter ihrer Oberfläche decken sie belasteten Boden aus der Industriezeit sicher ab. Gestaltung und Bodensanierung wurden hier zusammengedacht — ein Grundzug des gesamten Projekts.
03 Das Wasser und der Fischpass
Wasser ist das prägende Element des Geländes. Neben der Regnitz und dem Altarm zieht sich ein eigens angelegter Umgehungsbach durch den Park. Das wasserbauliche Kernstück ist der Fischpass: eine rund 1,2 Kilometer lange Anlage mit etwa 4 Metern Höhenunterschied, die ein langjähriges Wanderungshindernis in der unteren Regnitz durchlässig macht. Heute gehört er zu den meistfotografierten Stellen der Insel.
04 Wege, Brücken und Orientierung
Auf die Insel gelangt man über mehrere Stege und Brücken, darunter den Fünferlessteg über einen Regnitz-Arm. Durchgehende Uferwege verbinden das Gelände mit den nördlichen und südlichen Grünzügen Bambergs — man kann also entlang der Regnitz bis hierher spazieren.
Die Orientierung fällt leicht: Weil die Insel klar begrenzt ist, bilden die Uferwege eine natürliche Leitlinie rund um den Park. Von dort zweigen die inneren Wege zu den Wiesen, Beeten und Spielbereichen ab. Wie Sie am besten anreisen, lesen Sie auf der Seite Besuch & Anfahrt.
05 Die historischen Bauten am Rand
Am Rand des Geländes stehen die roten Backsteinhallen der früheren ERBA-Spinnerei. Sie wurden nicht abgerissen, sondern umgebaut und gehören heute zum Campus der Universität Bamberg. So treffen auf der Insel Park und Hochschulquartier aufeinander. Wie aus dem Werk ein Campus wurde, schildert die Seite zur Geschichte der ERBA.
Diese Bauten sind zugleich ein Orientierungspunkt: Wer von der Altstadt kommt, erkennt die Insel schon von Weitem an den langen Fassaden mit ihren hohen Bogenfenstern. Sie markieren den östlichen Rand des Geländes und bilden den Übergang von der Stadt zum Park.
06 Das Gelände im Jahreslauf
Weil das „Matrix-Gewebe“ aus festen Wegen und wechselnden Pflanzflächen besteht, zeigt das Gelände zu jeder Jahreszeit ein anderes Gesicht. Im Frühjahr treiben die Staudenbeete aus, im Sommer stehen sie in voller Blüte, und im Winter treten die klaren Linien der Wege, Hecken und Wasserläufe hervor. Die Grundstruktur bleibt dabei immer lesbar — anders als bei einer reinen Blumenschau verliert der Park außerhalb der Blütezeit nichts von seiner Orientierung.
Auch die drei Aussichtshügel spielen dabei ihre Rolle: Von ihnen aus lässt sich das Gewebe aus Wiesen und Beeten überblicken, und der Blick reicht über das Wasser bis zu den Backsteinbauten am Rand. Wer das Gelände zum ersten Mal besucht, verschafft sich von dort den schnellsten Überblick.
Aus dem Schaugelände von 2012 ist damit ein dauerhaft genutztes Stück Stadt geworden. Was der Park heute im Einzelnen bietet, zeigt die Seite zum ERBA-Park heute.