bamberg2012ERBA-Park & Gartenschau
Blühende Staudenbeete an einer Uferpromenade der Regnitz, im Hintergrund das restaurierte rote Backsteingebäude der ehemaligen ERBA-Spinnerei
Rückblick auf 2012

Die Landesgartenschau Bamberg 2012

165 Tage, rund eine Million Besuche und eine Industriebrache, die zum Park wurde. Was die 16. Bayerische Landesgartenschau auf der ERBA-Insel ausmachte — und was davon geblieben ist.

Aktualisiert am 11.6.2026

Vom 26. April bis zum 7. Oktober 2012 war Bamberg Schauplatz der 16. Bayerischen Landesgartenschau. Über 165 Tage verwandelte sich die ehemalige ERBA-Baumwollspinnerei in einen blühenden Park — und zog rund 1.050.000 Besuche an. Anders als bei vielen Gartenschauen war das Ziel von Anfang an nicht nur ein schöner Sommer, sondern ein dauerhaftes Stück Stadt. Wie das gelang, lässt sich heute im ERBA-Park direkt nachvollziehen.

01 Was war die Landesgartenschau Bamberg 2012?

Bayerische Landesgartenschauen sind Garten- und Stadtentwicklungs-Ausstellungen, die in mehrjährigem Abstand an wechselnden Orten im Freistaat stattfinden. 2012 war Bamberg an der Reihe — als 16. Ausgabe dieser Reihe. Veranstalterin war die eigens gegründete Landesgartenschau Bamberg 2012 GmbH.

Schauplatz war die rund 20 Hektar große Insel der früheren ERBA-Spinnerei, umgeben von der Regnitz und dem Main-Donau-Kanal. Damit lag die Schau nicht auf der „grünen Wiese“, sondern auf einer echten Industriebrache mitten in der Stadt — eine Ausgangslage, die das gesamte Konzept prägte.

Infografik „Die Schau 2012 in Zahlen“: 165 Tage Laufzeit, rund 1,05 Millionen Besuche und rund 20 Hektar Gelände; der Fischpass mit 1,2 Kilometern Länge, 4 Metern Höhenunterschied und rund 2 Millionen Euro Baukosten. 16. Bayerische Landesgartenschau, 26.4. bis 7.10.2012 auf der ERBA-Insel in Bamberg.
Die Landesgartenschau Bamberg 2012 in Zahlen.

02 Der Weg zur Schau: Bewerbung und Planung

Schon Jahre vor der Eröffnung begann die Planung. Den Gestaltungswettbewerb gewann im Sommer 2007 der Landschaftsarchitekt Hans Brugger aus Aichach. Sein Leitbild war das eines „Matrix-Gewebes“: ein Muster, in dem sich offene Wiesentrapeze mit geometrisch gegliederten Pflanzfeldern, Hecken, Spielbereichen und kleinen Plätzen abwechseln. So sollte aus dem unübersichtlichen Industrieareal eine klar lesbare Parklandschaft werden.

Eine besondere Herausforderung war der Boden: Nach über einem Jahrhundert Industrie waren Teile des Geländes belastet. Die Lösung war zugleich gestalterisch: Drei pyramidenförmige Erdhügel von etwa 3 bis 5 Metern Höhe decken belastetes Material sicher ab und dienen heute als Aussichtspunkte über den Park. Sanierung und Gestaltung gingen hier Hand in Hand. Wie das Gelände im Detail aufgebaut wurde, zeigt die Seite zum Gelände & Plan.

03 Das Gelände: die ERBA-Insel als Schauplatz

Die Lage auf einer Flussinsel gab der Schau ihr Gesicht. Umgeben von Regnitz und Main-Donau-Kanal, war das Wasser allgegenwärtig. Neue, durchgehende Uferwege verbanden die nördlichen und südlichen Grünzüge der Stadt, und an vielen Stellen rückte der Fluss wieder näher an die Besucherinnen und Besucher heran.

Das wasserbauliche Kernprojekt war der Fischpass: eine rund 1,2 Kilometer lange Anlage mit etwa 4 Metern Höhenunterschied, die rund 2 Millionen Euro kostete. Sie überwindet ein Wanderungshindernis, das die untere Regnitz lange Zeit für Fische unpassierbar gemacht hatte. Was als ökologische Maßnahme begann, ist bis heute ein landschaftlicher Höhepunkt des Parks.

04 Höhepunkte und Themengärten 2012

Zwischen den Wiesen und Wasserläufen entstand 2012 eine Vielzahl gestalteter Gärten und Mitmach-Orte. Zu den meistbesuchten Bereichen zählten:

  • Der „Patchwork-Garten“ mit 16 Einzelgärten auf rund 1.600 Quadratmetern, gestaltet von Bamberger Fachleuten.
  • Acht Themengärten an den Weiden am Flussufer, jeweils 150 bis 230 Quadratmeter groß.
  • Fünf „Sams“-Spielwelten, die die bekannte Kinderbuchgeschichte erzählten — entwickelt mit dem Bamberger Autor Paul Maar.
  • Ein Weinberg am Fuß des Klosters Michelsberg, mit dem eine rund 200 Jahre alte Weinbautradition wiederbelebt wurde.
  • Mitmach- und Lernorte wie eine Imker-Anlage und ein Ausstellungs-Klassenzimmer der Gärtnereien.

Dazu kamen ein dichtes Veranstaltungsprogramm und Werke im öffentlichen Raum. Beides hat eigene Seiten: Veranstaltungen & Programm und Kunst im öffentlichen Raum.

05 Nachhaltigkeit: warum der Park blieb

Der entscheidende Unterschied zu einer klassischen Wechselausstellung lag im Plan dahinter. Das Gelände war von Beginn an als dauerhafter Stadtpark mit angrenzendem Universitätsquartier gedacht. Deshalb wurde nach dem 7. Oktober 2012 nicht abgebaut, sondern weitergenutzt: Rund 13 Hektar blieben als öffentlicher Park, auf etwa 5 Hektar entstanden der Campus der Universität Bamberg und Wohnungen.

Die historischen Fabrikhallen aus dem 19. Jahrhundert wurden zu Hörsälen und Seminarräumen umgebaut, Teile der Werksgebäude zu Studierendenwohnungen. So wurde aus dem Ausstellungsgelände ein lebendiges Quartier. Den langen Weg von der Spinnerei bis hierher zeichnet die Seite zur Geschichte der ERBA nach.

06 Was von 2012 heute noch zu sehen ist

Wer heute über die Insel geht, läuft mitten durch das Erbe der Schau. Die Wege, Beete, Spiel- und Sportflächen, der Fischpass, die Aussichtshügel und die Uferpromenaden sind geblieben — und werden täglich genutzt. Aus dem Ausstellungssommer 2012 ist ein Park für den Alltag geworden.

Wie dieser Park heute aussieht, was er bietet und wie man ihn besucht, lesen Sie ausführlich auf der Seite zum ERBA-Park heute. So schließt sich der Bogen: von der Industriebrache über die Landesgartenschau bis zur grünen Insel mitten in Bamberg.

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Häufige Fragen

Wann war die Landesgartenschau Bamberg 2012?

Die Landesgartenschau Bamberg fand vom 26. April bis zum 7. Oktober 2012 statt — also über die gesamte Garten- und Blütesaison eines Jahres.

Wie lange dauerte die Landesgartenschau 2012?

Die Schau lief 165 Tage, von Ende April bis Anfang Oktober. Damit erstreckte sie sich vom Frühling bis in den Herbst.

Wie viele Besucher hatte die Landesgartenschau Bamberg 2012?

Während der Laufzeit wurden rund 1.050.000 Besuche gezählt.

Wo fand die Landesgartenschau 2012 statt?

Auf dem Gelände der ehemaligen ERBA-Baumwollspinnerei — einer rund 20 Hektar großen Insel, die von der Regnitz und dem Main-Donau-Kanal umgeben ist, im Bamberger Westen.

Wer war Träger der Landesgartenschau Bamberg 2012?

Veranstalterin war die eigens gegründete Landesgartenschau Bamberg 2012 GmbH.

Die wievielte Bayerische Landesgartenschau war Bamberg 2012?

Bamberg 2012 war die 16. Bayerische Landesgartenschau. Diese Schauen finden im Freistaat in mehrjährigem Abstand an wechselnden Orten statt.

Wer plante das Gelände der Landesgartenschau?

Der Gestaltungswettbewerb wurde im Sommer 2007 vom Landschaftsarchitekten Hans Brugger aus Aichach gewonnen. Sein Entwurf bildete die Grundlage für die Umgestaltung der Industriebrache.

Was war das Gestaltungskonzept?

Der Entwurf folgte der Idee eines „Matrix-Gewebes“: offene Wiesentrapeze wechseln sich mit geometrisch gegliederten Pflanzfeldern, Hecken, Spielbereichen und kleinen Plätzen ab. So entstand ein abwechslungsreiches Muster aus Frei- und Pflanzflächen.

Was ist der Fischpass und was kostete er?

Der Fischpass ist eine rund 1,2 Kilometer lange Fischaufstiegsanlage mit etwa 4 Metern Höhenunterschied. Er kostete rund 2 Millionen Euro und macht die untere Regnitz für wandernde Fische wieder durchlässig.

Was waren die Themengärten der Landesgartenschau?

Zur Schau gehörten unter anderem der „Patchwork-Garten“ mit 16 Einzelgärten auf rund 1.600 Quadratmetern sowie acht Themengärten an den Weiden am Flussufer mit je 150 bis 230 Quadratmetern.

Was hat es mit den „Sams“-Spielplätzen auf sich?

Fünf Spielbereiche erzählten die Geschichte des „Sams“ — entwickelt zusammen mit dem Bamberger Autor Paul Maar, dem Schöpfer der Figur. Einer dieser Spielplätze prägt den Park bis heute.

Was sind die Pyramidenhügel auf dem Gelände?

Drei pyramidenförmige Erdhügel von etwa 3 bis 5 Metern Höhe dienen als Aussichtspunkte. Zugleich decken sie belasteten Boden aus der Industriezeit sicher ab — Gestaltung und Sanierung in einem.

Wurde für die Schau ein Weinberg angelegt?

Ja. Am Fuß des Klosters Michelsberg wurde ein Weinberg gepflanzt und damit eine rund 200 Jahre alte Weinbautradition wiederbelebt.

Was geschah nach der Landesgartenschau mit dem Gelände?

Das Gelände wurde nicht zurückgebaut. Rund 13 Hektar blieben als öffentlicher Park erhalten, auf etwa 5 Hektar entstanden der Campus der Universität Bamberg und Wohnungen. Mehr dazu auf der Seite zum ERBA-Park heute.

Kann man das Gelände heute noch besuchen?

Ja. Aus dem Schaugelände wurde der ERBA-Park, der ganzjährig frei zugänglich ist. Hinweise zur Anreise finden Sie unter Besuch & Anfahrt.

Gab es Kritik rund um die Landesgartenschau?

Im Vorfeld gab es öffentliche Diskussionen, etwa um den Abriss zweier Schleusenwärterhäuser. Eines davon wurde Ende 2009 abgebrochen, für das andere wurde länger nach einer Nutzung gesucht.

Was hat die Landesgartenschau dem Fluss gebracht?

Neben dem Fischpass entstanden durchgehende Uferwege, die nördliche und südliche Grünzüge der Stadt verbinden. Der Zugang zur Regnitz wurde an vielen Stellen verbessert.